LITL767 [Podcast] Stephan Werhahn im Interview: ‚Europas Resilienz für Frieden, Freiheit und Wohlstand‘ – Warum Europa jetzt handeln muss
In einem tiefgreifenden Interview zwischen Markus Eggert und Stephan Werhahn, dem Enkel von Konrad Adenauer, wird eine Vielzahl von aktuellen Themen über Europa diskutiert, darunter Sicherheit, Integration, Migration und die Umstände der globalen geopolitischen Herausforderungen. Werhahn betont, dass Europa an einem kritischen Wendepunkt steht und dass es nun essenziell ist, die Einheit und Resilienz zu stärken, um in der internationalen Arena Einfluss zu behalten. Seine Überlegungen sind in seinem Buch „Europas Resilienz für Frieden, Freiheit und Wohlstand“ niedergeschrieben, in dem er spezifische Schritte vorschlägt, um diese Herausforderungen zu meistern.
Ein zentraler Punkt seiner Argumentation ist die Notwendigkeit eines einheitlicheren Auftretens Europas auf der globalen Bühne. Er erläutert, dass Europa schneller Fortschritte erzielen kann, wenn es sich auf bestimmte Sektoren konzentriert, wie die nationale Sicherheit und Außenschutz. Er schlägt sogar die Gründung eines Europäischen Bundes vor, und er bringt die Idee einer besseren digitalen und verfassungsmäßigen Struktur ins Spiel. Dies würde es ermöglichen, eine Stimme zu finden, bevor Europa in wichtigen Angelegenheiten der Weltöffentlichkeit spricht. Werhan hebt hervor, dass dies nur möglich ist, wenn zunächst eine interne Diskussion und ein umfassendes politisches System etabliert werden, was fast unerlässlich ist, um aus einer Fragmentierung herauszukommen.
Werhahn äußert auch Besorgnis über den Einfluss, den Großmächte wie China und Russland auf die europäische Politik ausüben. Er betont, dass diese Länder versuchen, einen Keil zwischen die neuen europäischen Mitgliedsstaaten zu treiben, was zu einem Gefühl der Unsicherheit führt. In diesem Kontext spricht er über das historische Rückblicken auf die NATO und die Notwendigkeit, dass Europa eigenständige Verteidigungsstrukturen entwickelt, um sich besser gegen externe Bedrohungen zu wappnen.
Ein weiteres zentrales Thema ist die Migration, die eine große Herausforderung für die Europäer darstellt. Werhahn beschreibt die Notwendigkeit, Flüchtlingsströme besser zu regeln, um sicherzustellen, dass Menschen mit einer geeigneten Berufsausbildung schnell integriert werden können. Die Diskussion hebt hervor, dass Deutschland und Europa insgesamt noch weit davon entfernt sind, diese Herausforderungen effektiv zu meistern und erinnert daran, dass der Klimawandel und geopolitische Unruhen zu einer Zunahme der Migration führen werden.
Darüber hinaus wird der Mangel an Visionen in der gegenwärtigen politischen Landschaft angesprochen. Eggert und Werhahn sind sich einig, dass es wichtig ist, den Bürgern eine klare Vorstellung davon zu geben, wie man gemeinsam bessere Lösungen für Zukunftsfragen finden kann, einschließlich der Verbesserung von Infrastruktur, Energieversorgung und sozialer Integration. Werhahn argumentiert, dass die Verbesserung der europäischen strukturellen Vielfalt und die Förderung von Projekten auf lokaler Ebene entscheidend sind, um das europäische Bewusstsein und die Solidarität unter den Bürgern zu stärken.
Das Gespräch schließt mit der Feststellung, dass trotz bestehender Herausforderungen europäische Länder viel voneinander lernen könnten. Werhahn erklärt, dass europäische Bürger ein starkes Bedürfnis haben, nicht nur die Herausforderungen zu erkennen, sondern auch aktiv daran beteiligt zu sein, Lösungen zu entwickeln und zu diskutieren. Abschließend wird betont, dass es wichtig ist, den Dialog zu fördern, und dass es letztlich an den Menschen liegt, den politischen Kurs durch Diskussionen und Wahlen zu beeinflussen.